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KOKO Wiki: Der gemeinsame Weg durch die Pubertät

Wenn Türen knallen, Grenzen missachtet werden und Regeln auf taube Ohren stoßen, ist bei Kindern oftmals die Phase der Pubertät angebrochen. Diese Zeit wird von Familien in vielen Fällen als große Herausforderung erlebt. Leider gibt es kein Wundermittel im Umgang mit Pubertierenden, allerdings ein paar Tipps, wie man gemeinsam einen Weg durch diese Zeit findet. Bei der KOKO Familienberatung haben Sie ebenfalls jederzeit eine professionelle Hilfestellung.

Von Mag.a Julia Deutsch-Erlach

Die Pubertät beginnt bei Mädchen mit zirka zehn Jahren, bei Buben ein wenig später mit zwölf Jahren. Bei den Heranwachsenden verändern sich sowohl Körper, als auch der emotionale Zustand und das Sozialverhalten.  Für die körperliche Veränderung ist die Ausprägung der Geschlechtsmerkmale durch eine erhöhte Konzentration der Geschlechtshormone charakteristisch.  Ständige Stimmungsschwankungen sind nur ein Beispiel für die Veränderung des emotionalen Zustandes.

Das Finden der Identität und Abgrenzung

In dieser Phase spielt die Identitätsfindung eine wichtige Rolle. Viele Jugendliche leiden dabei unter einem starken Unsicherheitsgefühl beziehungsweise verminderten Selbstwertgefühl, welches sich in Gefühlsausbrüchen ausdrückt. Phasen des „zu Tode betrübt sein“ werden von Phasen des „Himmelhoch jauchzend“ abgelöst und umgekehrt.  Hinter den meisten Verhaltensweisen steckt der Wunsch nach Abgrenzung vom Kindsein und dem Streben nach Selbstbestimmung und Selbstfindung, sprich dem Erwachsenwerden.

Eltern befinden sich in dieser Entwicklungsphase häufig in einer Diskrepanz zwischen „Loslassen“ und „Unterstützen“. Sie werden als „spießig“ wahrgenommen, dennoch brauchen Jugendliche deren Halt mehr denn je. Die Abgrenzung des Kindes kann unterstützt werden, indem sich Eltern einerseits zurücknehmen, andererseits Interesse an Freundeskreis, Musik, Mode und so weiter zeigen. Wichtig ist es, auch dann Aufmerksamkeit und Gesprächsbereitschaft zu zeigen, wenn die Jugendliche beziehungsweise der Jugendliche abblockt.

Inhalt familiärer Diskussionen ist in dieser Zeit oft das Thema „Ausgehen“. Wie lange der abendliche Ausgang dauern darf, hängt von Gesetz, Alter und Entwicklungsstand ab. Klar vorgegebene Zeiten führen zwar zu Reibungen, liefern aber Sicherheit und Orientierung. Jugendliche empfinden es oft als Gleichgültigkeit der Eltern ihnen gegenüber, wenn keine Uhrzeiten vorgegeben werden.

Aufmüpfiges Verhalten als Zeichen von Unsicherheit

Ein wesentlicher Bestandteil im Leben der Teenager ist der Freundeskreis, welcher einen wichtigen Rückhalt bildet. Urteile der Gleichaltrigen werden im Gegensatz zur Meinung der Eltern immer höher bewertet. Eltern sollten, auch wenn sich die Begeisterung für Freunde durch zum Beispiel unangemessenes Äußeres in Grenzen hält, Interesse zeigen, aber dem Kind auch zum Ausdruck bringen, was sie von diesen Freunden halten. Letztendlich suchen sich Jugendliche ihre Freunde selber aus.

Was Konflikte generell anbelangt, gehören diese zum Miteinander dazu. Charakteristisch für die Phase der Pubertät ist jedoch, dass familiäre Streitigkeiten zunehmen und Jugendliche mit Arroganz, Herablassung und Provokationen reagieren. Aufmüpfiges Verhalten ist in dieser Zeit ganz normal, trotzdem sollte dem Jugendlichen vermittelt werden, dass Eltern genauso respektvoll wie sie selbst behandelt werden wollen. Hinter diesem Verhalten verbirgt sich oft Unsicherheit.

Wenn Regeln nicht eingehalten beziehungsweise Verbote missachtet werden, können gemeinsame Gespräche diese Probleme lösen. So könnte der Jugendliche einen Vorschlag machen, wie sich das Problem seiner Ansicht nach lösen lassen könnte. Er fühlt sich ernst genommen und respektiert. Wenn ein Fehlverhalten zu einer Konsequenz führt, sollte diese klar zeitlich begrenzt und niemals erniedrigend sein.

Gelassenheit ist wichtig

Letztendlich ist es für Eltern wichtig, in der Phase der Pubertät gelassen zu bleiben. Der Schritt von der behüteten Familie in die Selbständigkeit des Erwachsenlebens birgt immer Risiken, auch für glückliche, selbstbewusste und gefestigte Kinder.  Die Pubertät ist eine sehr anstrengende, aber absolut notwendige Zeit der Entwicklung vom Kind zum Erwachsenen. Eltern können zur Förderung des Selbstbewusstseins beitragen, indem sie durch Lob, Anerkennung und Aufzeigen der persönlichen Stärken helfen, ihren Kindern die Unsicherheit zu nehmen und auf diese Weise die Herausforderungen des Erwachsenwerden zu meistern.

Wenn Sie das Gefühl haben, dass sich Ihr Kind Ihnen gegenüber total verschließt, ist es ratsam, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die KOKO Familienberatungsstellen finden Sie zwei Mal in der Stadt Salzburg, sowie jeweils in Hallein und in Oberndorf. Rufen Sie uns bei Problemen und Fragen einfach unter 0662 43 63 69 – 30 an.